Von wegen politikverdrossen: Europa der Jugend

Dass junge Menschen keineswegs politikverdrossen oder europaskeptisch sind, zeigten Jugendliche beim „Bayerischen Tag der Jugend in Europa“ am 26. Juni 2017 in der Bayerischen Vertretung in Brüssel. Zum Forum für die bayerische Jugendpolitik auf EU-Ebene luden der Bayerische Jugendring (BJR) zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

Jugendliche des Technischen Hilfswerks Unterfranken, der Jugendorganisation Bund Naturschutz Bayern, des Bund der Katholischen Jugend Bayern, der Bezirksjugendringe Mittelfranken und Oberbayern unterstrichen ihr freiwilliges Engagement. In Workshops diskutierten sie mit Ansprechpartnern/-innen der europäischen Ebenen ihre Projektthemen. Welche Möglichkeiten und Formate gibt es in der EU Jugendmobilität und Freiwilligenarbeit? Wie kann unsere Gesellschaft jugendgerechter gestaltet werden? Welches Europabild nehmen Jugendliche in den Medien wahr? Wie kann Umweltschutz in der regionalen, nationalen und europäischen Politik nachhaltiger verzahnt werden? Wo in der EU ist Raum für Partizipation, für Meinungen und Anliegen junger Menschen? Beim Rundgang auf der Open-Space-Messe präsentierten die Teilnehmenden ihre Arbeitsergebnisse aus den Workshops und tauschten sich mit den Besucher/-innen über ihre – jugend- und europapolitischen   Interessen und Bedürfnisse aus.


Sechs Jugendliche aus den THW Ortsverbänden Aschaffenburg, Lohr und Obernburg reisten hierzu vergangen Sonntag zusammen mit drei Betreuern in die belgische Hauptstadt Brüssel. Ziel der Veranstaltung war es, den Jugendaustausch der THW-Jugend Unterfranken mit dem Departements Calvados vorzustellen. Dazu wurde im Innenhof der bayrischen Vertretung eine Brücke aus Einsatz-Gerüstsystem (EGS) errichtet. Dies sollte symbolisch den geplanten Brückenbau im Park der Gastgebenden Stadt Douvres-la-Délivrande (Frankreich) im Rahmen des Jugendaustausch darstellen.  


Anschließend nahmen die Jugendlichen am einem Workshop mit Vertretern aus Politik, EU-Kommission, BJR und anderen Jugendverbänden teil.  Themen waren der „Europäische Freiwilligenkorps“ und das „Erasmus+ Programm“ der EU und wie diese Maßnahmen attraktiver gestaltet werden können.


„Der direkte Austausch ist durch nichts zu ersetzen“, unterstrich Stefan John, Leiter der Abteilung Familie und Jugend im Bayerischen Jugendministerium, das Engagement der Jugendlichen für die europäische Idee. Denn mit neuen, positiven Impulsen sind die jungen Menschen Botschafter für Europa in Bayern.

Besonders Erasmus+ und die Freiwilligenarbeit in der EU hob Jens Nymand-Christensen, stellvertretender Generaldirektor für Bildung, Jugend, Sport und Kultur in der Europäischen Kommission, als Pluspunkt hervor. Vor dem Brexit sei die Vision Europas eine Selbstverständlichkeit gewesen, jetzt sei ein neues Nachdenken über die europäische Identität gefragt.

BJR-Präsident Matthias Fack betonte die pro-europäische Ausrichtung der bayerischen Jugendarbeit: „Das Einstehen für Grundwerte wie Solidarität, Vielfalt und Partizipation gehört zu unserer europäischen Identität. Genau diese Werte bilden junge Menschen im Rahmen von Jugendarbeit durch persönliche Begegnungen in unverzweckten Räumen. Es ist vielleicht eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder unserer Zeit, sich für die Idee eines gemeinsamen, weltoffenen, friedvollen Ortes Europa zu engagieren.“